What to do without toast

Tatsächlich mussten sich dies die Iren überlegen anfangs März. Es hat nämlich so viel geschneit wie seit Generationen nicht mehr. Die Schneeflut sollte am Dienstagabend kommen laut Wetterbericht und über ein paar Tage andauern. Schon am Dienstag sind alle Iren in die Supermärkte gestürmt und haben die Regale leer gekauft. Toast und Milch gab es aber schon da nicht mehr, weil nichts geliefert wurde. Und zu diesem Zeitpunkt war es noch sonnig und einigermassen warm. Dann die nächsten drei Tage fiel die Schule aus und es musste auch niemand zur Arbeit gehen. Tatsächlich hat es dann auch etwa (!!!!!!!!) 10- 20 cm geschneit und alles war mehr oder weniger weiss. Die Kinder waren ganz ausser sich und konnten es nicht glauben, dass man das Gras nicht mehr sieht. Wir haben einen riesen Schneemann gebaut und eine Schneeballschlacht gemacht. Im Fernseher lief den ganzen Tag das Wetterprogramm und hat alle Bewohner der normalerweise grüner Insel wurden gebeten im Haus zu bleiben und nicht nach draussen zu gehen, geschweige denn auf die Strassen zu gehen. Der Bus- sowie Zugverkehr und der ganze Flughafen waren lahmgelegt während drei Tagen. An einem Tag wollten wir dann in die «Berge» also eher Hügel gehen  da schlitteln gehen. Nach langem suchen welcher der Hügel der beste ist, versuchten wir zu «schlitteln», es war aber dann doch zu flach. Natürlich hatten wir auch nicht so hochprofessionelle Schlitten wie wir Schweizer sie haben, sondern mussten etwas kreativ werden und nahmen deshalb Schwimmbrettchen. Auch meine Gastmutter hat einen Notvorrat gekauft. So habe ich also auch in diesen Tagen genügend Toast gekriegt. In Irland herrschte während diesen Tagen die ganze Zeit Alarmstufe rot, alles wegen ein paar Zentimeter Schnee. Schon oft gab es Momente in denen ich schmunzeln musste über verschiedene Vorstellungen von Bergen oder ähnliches. Aber das war einfach etwas zu viel. Man hätte meinen können das ganze Land musste evakuiert werden wegen einem Erdbeben oder etwas dergleichen aber eigentlich waren es nur ein paar Zentimeter Schnee…

Es haben sich aber dann doch alle wieder erholt von diesem Schock und wir haben wieder in den Alltag zurückgefunden. Mitte März war St. Patrick’s day. Das ist bei uns wie erst August, der Nationalfeiertag. In Irland gibt es ja keine Fasnacht, dafür wird dies etwas am St. Patrick’s day nachgeholt. Ich ging nach Dublin, wo wir uns die grosse Parade/ Umzug angeschaut haben. Es war eigentlich wie eine Art Fasnachtsumzug, nur dass nicht alle farbig verkleidet waren, sondern es waren einfach alle grün. Fast jeder Zuschauer hatte einen grünen Hut an oder irgendein Kleeblatt/ Shamrock im Gesicht. In dem Viertel von Dublin wo alle Pubs und Bars waren, ging es recht wild zu und her und die Leute waren in einer super Stimmung. Ganz anderst im Rest der Stadt, wo die Strassen fast leer waren, weil alle Geschäfte geschlossen waren. Auch in der Schule durften wir uns einen Tag vorher so anziehen wie wir wollten (ein sogenannter Freedressday), mit der Meinung dass wir uns möglichst grün anziehen.

Jetzt haben wir zwei Wochen Ferien. In Geografie hat mich letztens der Lehrer gefragt, wie denn so ein Pass bzw. eine Passstrasse aussieht oder wie wir nach Italien kommen. Er war ganz fasziniert davon, dass wir sogar einen Zugtunnel haben, da es in Irland ja gerade mal einen Tunnel unter die Stadt gibt und Züge auch eher eine Seltenheit…

Thank you for reading and enjoy your easter!

Stéphanie

 

 

Crack it

Der Eine zieht am einten Ende des Weihnachtscrackers (der aussieht wie ein Riesenbonbon) und der Andere am Anderem Ende, bis es laut knallt und ein Zettel mit einem mehr oder weniger trockenem Witz rausspickt. Das ist ein Teil von meinen irischen Weihnachten gewesen. Am Christmasday (25.12) stehen normalerweise alle so früh wie möglich auf, um noch im Halbschlaf alle Geschenke, die Santa Claus brachte, aufzureissen. Da in meiner Familie aber keine kleinen Kinder wohnen, konnte ich glücklicherweise doch etwas ausschlafen. Dann sind wir zu der einen Tochter meiner Gastmutter, mit den vier Kindern gegangen und haben da gefrühstückt. Und als Erstes als ich reinkam wurde mir ein Glas Champagner in die Hand gedrückt. Die Kinder waren alle ganz aus dem Häuschen wegen all den Bergen von Geschenken, die sie uns voller Stolz gezeigt haben. Und auch ich war es. Denn ich habe noch nie so viele Geschenke gesehen wie an diesem Morgen. Das ganze Wohnzimmer war eigentlich voll und dies waren «nur» die Geschenke vom Santa Claus. Am Nachmittag gab es noch eine zweite Geschenkeschlacht. Neben dem ganzen Weihnachtskitsch im Haus haben die Eltern auch extra Fussabdrücke aus «Schnee» unter dem Kamin gemacht, damit es ganz danach aussieht, dass Santa Claus wirklich da war. Am Abend davor haben die Kinder Kekse und Milch ins Wohnzimmer gestellt, was dann auch aus ganz mysteriösen Gründen weg war am nächsten Morgen. Am Mittag sind wir wieder nach Hause und haben alles vorbereitet für die Gäste und das Weihnachtsessen. Unter ChristmasDINNER habe ich anfangs eigentlich verstanden, dass alle am Abend dann kommen. Dinnertime ist hier aber schon um drei, also sind alle zwischen drei und vier gekommen. Insgesamt waren wir etwa 16 Leute. Viele Münder braucht viel Essen und das gab es wirklich. Zuerst gab es Suppe und Salat. Dann zur Hauptspeise gab es Turkey, Schinken, Kartoffeln in jeglichen Varianten, das heisst Bratkartoffeln, Kroketten und Kartoffelstock, dazu gab es Karotten mit Sellerie, Rosenkohl, Erbsenpüree und etwas was nicht existiert in Deutsch aber das beste vom ganzen Buffet war. Also es gab mehr als genug (ich habe noch die nächsten drei Tage Karotten und Kartoffeln gegessen) und ich war so voll, dass ich kaum Dessert gegessen habe. Bei uns ist das Dessert ja eigentlich das Highlight. Hier ist es eher die Hauptspeise, zum Dessert gab es nicht so viel wie zur Hauptspeise (zum Glück, sonst wäre ich definitiv geplatzt). Es gab Beeren, Cheescake und Christmaspudding. Danach gab es wie schon erwähnt nochmal eine Geschenkeschlacht und ich bin nochmal ziemlich erschrocken. So viele Geschenke habe ich wirklich noch nie gesehen. Und ein Weihnachten mit so vielen Leuten hatte ich auch noch nie. Dafür habe ich all die guten Mailänderli, Spitzbuäbe und Zimtsterne etwas vermisst.

Der 26. Ist normalerweise kein spezieller Tag mehr, ausser dass die Iren ihren Rausch ausschlafen, da wir aber, wie schon erwähnt etwas mehr als genug Essen hatten, gab es gleich nochmals ein Christmasdinner und alle sind nochmals gekommen. Am Abend gingen alle in den Ausgang, weshalb die Kinder bei uns schliefen und mich gut unterhielten. Ausgang bei den Iren muss man sich übrigens eher wild vorstellen. Sie hüpfen von Pub zu Pub und trinken haufenweise Gintonic (ihr Lieblingsgetränk neben Guiness). Am nächsten Morgen haben Alle neuen Gossip, von letzter Nacht zu erzählen und Gossip und Lästereien lieben die Iren😉

An New Year’s Eve kamen die Kinder wieder zu uns zum Übernachten und sind bis zum Countdown wachgeblieben. Dann gab es für alle eine «Happy New Year- Umarmung» und alle sind müde und zufrieden ins Bett, bis dann die Einte von den Zwillingen, die bei mir im Zimmer schliefen, schreiend um 7 Uhr morgens aufwachte. Um 10 Uhr morgens durfte ich dann nach dieser kurzen Nacht schon wieder Limbo spielen…

Ich wurde diese Ferien also durchaus auf Trab gehalten, auch wenn ich eigentlich fast jeden Tag mehr oder weniger ausschlief. Dann ging es aber wieder back to reality. Ich wieder früh aufstehen und in mein Faltenröckli schlüpfen und mir die Kravatte um den Hals schnüren. Ich will ja nicht sagen, dass ich die Uniform besonders schön finde geschweige denn bequem aber es ist schon unheimlich praktisch und ich fand das unheimlich mühsam diese Ferien, dass ich mir für zwei Wochen jeden Tag überlegen musste, was ich jetzt anziehen soll😉

Wahrscheinlich haben alle Weihnachten schon lange vergessen und finden es etwas schräg Ende Januar über Weihnachten zu lesen aber es gab noch eine technische Warteschleife😊 Entschuldigung.

Thank you for reading and Enjoy all the snow in the mountains!

Stéphanie

PS: Irischer hätten die Umstände an Weihnachten übrigens kaum sein können. Es hat nämlich (wer hätts gedacht) geregnet.

 

 

You are a ham!

 

Und jetzt bitte nicht beleidigt sein. Ein Schinken mag zwar dick sein aber dies hat eine ganz andere Bedeutung. You are a ham sagen dir die Leute, wenn du etwas doofes, tollpatschiges oder dummes machst. Wie ich als ich unglaubliche zehn Minuten ins Gym laufen wollte (ist ja auch wirklich unheimlich weit). Ein anderes nettes Schimpfwort ist «egg oder rotten egg». Das brauchen sie aber eher weniger. Also ihr seht in Irland handelt sich alles um Toast, sogar die Schimpfwörter. Fluchen tun die Iren sowieso gerne und oft. Ich wurde glücklicherweise am Anfang des Schuljahres von einer Irin informiert, dass man die Iren auf ja keinen Fall zu ernst oder persönlich nehmen sollte. Das hat mich tatsächlich in einigen Situationen beruhigt.

Vor kurzer Zeit habe ich angefangen zu tanzen (auch wenn ich sonst so gar nicht zu gebrauchen bin im Tanzen). Ganz patriotisches «irish dancing». Es ist ein wenig ähnlich wie Stepptanz, um es sich ein wenig vorstellen zu können. Man tanzt zu irischer Volksmusik: Dudelsack und irische Flöte und seeeehr wild und schnell. Ich fühle mich langsam aber sicher immer mehr irisch und ein wenig patriotisch.

Die Weihnachtsvorbereitungen laufen alle. Schockoladenpackungen, Weinflaschen und Geschenkpapierrollen stapeln sich immer mehr im Wohnzimmer und die Kinder haben ihre Wunschlisten an Santa Claus in den Briefkasten gelegt. In der Schule haben einige Klassen kleine Stände aufgestellt und Sweets verkauft. Alle warten nur so auf die Ferien und auf Weihnachten (eigentlich schon seit als Halloween vorbei war, aber jetzt kann man es auch verstehen und ernst nehmen 😉). Viele fragen mich ob ich an Weihnachten nach Hause gehe und können es kaum glauben, dass ich hier bleibe, weil es so gross ist hier. Und was sie noch weniger glauben ist, dass wir keinen Santa Claus an Weihnachten haben, sondern das «Christchindli». Und jetzt versucht mal jemandem zu erklären was das «Christchindli» ist und wie es aussieht. Eine Fee ist es nicht, ein kleines Mädchen trifft es auch nicht wirklich und wenn man es googelt kommt auch nicht wirklich ein treffendes Bild. Google weiss eben trotzdem nicht ganz alles. Auch ein etwas schräger Fakt ist, dass bei uns der «Samichlaus», was hier der Santa Claus ist einen Esel statt Rentiere mit sich hat. Und einen «Schmutzli» gibt es hier auch nicht. Die Iren mussten schön lachen als ich ihnen sagten, dass er mit dem Esel kommt, was zugegebenermassen wirklich etwas schräg ist, wenn ich so darüber nachdenke.

Vieles ist etwas schräg, wenn ich so darüber nachdenke. Wieso wir so viel Käse am Stück essen oder einfach jeder Schweizer ein Victorinox- Sackmesser hat. Nicht die Iren sind schräg, weil sie so viel Toast und Eier essen /sprechen und auch nicht wir sind schräg mit unserem Käse und unseren Kühen. Das Andere und das Verschiedene sind einfach für jede Seite schräg und selbst ist das Eigene «normal». Es ist also alles eine Frage des Blickwinkels. Mein Geografielehrer hat mich letztens gefragt ob ich in den Bergen lebe oder ob es hügelig sei bei mir. Das ist es ja nicht wirklich eigentlich. Als ich ihm dann aber sagte, dass mein Dorf auf etwa 400 Meter über Meer liegt, war er fest der Überzeugung, dass das ja schon sehr bergig ist. Das sei ja immerhin die Hälfte des höchsten Berges von Irland. Ich musste schön lachen…

Weil ich mich schon so irisch fühle, weil ich angefangen habe zu Dudelsack zu tanzen muss ich jetzt doch noch etwas zu dem Wetter sagen. Es regnet mittlerweile eigentlich fast täglich, wobei es mir eigentlich gar nicht mehr so auffällt. Es hat auch zwei drei Mal geschneit, wobei der Schnee jeweils am Morgen schon wieder Weg ist. Trotzdem blieb auf den Hügeln (oder Bergen, wie man es eben sieht) Schnee liegen. Dieser Anblick machte mich etwas sehnsüchtig nach den Schweizer Bergen und dem Skifahren.

Byebye and tänks ä million for reading! I wish you all a very Merry Christmas and enjoy all the delicious cookies! (Everybody sends me pictures of baking cookies and they don’t know that here, so I am a little bit jealous 😉).

Stéphanie

 

 

 

Well….

Das ist die «dundalksche» Art elegant durch die Tür zu treten und zu fragen was läuft. Ich lerne nicht nur immer mehr «richtiges» englisch, sondern auch komischer Slang wie eben zum Beispiel «well». Ein anderes Beispiel ist, dass man in Dundalk nicht «Sandwich» sondern «sangitsch» sagt. Auch wenn mein Englisch schon viel besser ist, passieren mir noch oft Missverständnisse, wo ich etwas zu etwas sage obwohl über etwas ganz anders gesprochen wird. Da muss man einfach über sich selbst lachen können und das nächste Mal zweimal überlegen was man rauslässt😊

In der Schule stehen die Christmasexams vor der Tür und alle sind wahnsinnig nervös. Bei mir zählen sie zum Glück nicht (ich wäre auch hoffnungslos verloren). Deshalb haben wir auch nicht die ganze Woche Schule, sondern ein paar Nachmittage frei. Nach den Prüfungen ist es dann wieder ein wenig ruhiger und wir haben viel Zeit um alle Weihnachtsgeschenke und (vor allem) Deko zu besorgen. Das ist hier nämlich alles ein wenig aufwändiger…

Nach Weihnachten sind hier alle schon ganz verrückt und warten nur noch so drauf. Einige haben jetzt schon ihre Plastik (Oh Schreck !!!) -Weihnachtsbäume aufgestellt und die Weihnachtsdeko wird in den nächsten Tagen mein ganzes Haus b – und verdecken. Sogar Küchentücher und Ofenhandschuhe werden ausgetauscht. Alles im passenden rotweiss Weihnachtsmotiv. Von Glitzer und Weihnachtskitsch können die Iren nicht genug kriegen. Der Fernseher, beziehungsweise die Fernseher (weil es so ziemlich in jedem Raum und Zimmer einen hat) läuft eigentlich den ganzen Tag, was seit etwa zwei Wochen bedeutet, dass wir täglich irgendwelche Weihnachtsfilme anschauen. Sie waren ganz entsetzt, dass ich die alle noch nicht gesehen habe. Wenn dann ausnahmsweise mal keinen Weihnachtsfilm läuft, läuft dann irgendwelche Weihnachtsmusik. Ich bin also voll in Stimmung und warte eigentlich nur noch bis dann dieses Weihnachten auch kommt. Die Kinder haben alle schon Wunschlisten für Santa Claus geschrieben, die sie dann in den Briefkasten tun. Und es gibt ja bekannterweise nichts was es nicht gibt, deshalb gibt es auch eine App mit der die Kinder den Nordpol anrufen können um zu Facetimen können mit Santa. Der erzählt ihnen dann ob sie schön artig waren und fragt sie ob sie auch schon ihre Liste geschrieben haben.

Dass der Geschmack der Iren etwas anders ist, ist mir nach dem vielen Tee und Toast bewusst. Aber dass er auch ziemlich geschmacksbedürftig und ausgefallen ist, habe ich erst bemerkt als ich in den Genuss von den eher exotischen Sandwichkombinationen kam. Oder eben Sangitschkombinationen. Salat, Tomate und Scheibenkäse kann man hier nämlich vergessen. Die Iren sind viel kreativer und fantasievoller was die belegten Brote bzw. Toasts anbelangt. Vielleicht auch etwas zu kreativ und fantasievoll: Auf ein Konfibrot kommt ein Spiegelei drauf zum Beispiel. Eier sind eigentlich sowieso überall drin und dabei. In unserem Küchenschrank (Das bekannte «Chuchichästli» was wir Schweizer allen erfolglos beibringen wollen) sind immer etwa 40 Eier auf Vorrat vorhanden. Eine andere etwas geschmacksbedürftige Kombination ist Toast mit Schinken und Banane. Das sei dann aber sogar für die Iren etwas schräg, was mich doch etwas beruhigte. Was aber völlig normal, schon fast selbstverständlich ist, ist Toast mit Schinken und Chips. Und die «normalen» Chips die einfach jeder hat haben den Geschmack nach Käse und Zwiebeln. Also ich muss ehrlich sagen, ich trinke zwar, was richtig irisch ist, jeden Morgen einen Tee aber für ihre abgefahrenen Sandwichs konnten sie mich noch nicht überzeugen.

Und jetzt noch zum üblichen Pflichtpunkt, dem Wetter. Es wird immer kälter und düsterer. Vor allem regnet es aber auch (noch) mehr, wie gerade jetzt. Schnee haben wir aber leider nicht und ist auch schon sehr die Ausnahme. Trotzdem hoffen alle, dass es schneit und wenn ich erzähle, dass es zu Hause schneite sind sie völlig begeistert. Die Meisten stellen sich dann die Schweiz mit meterweisem Tiefschnee vor und dies den ganzen Winter. So ist es leider ja doch nicht ganz.

Thank you very much for reading, enjoy all the snow and see ya! 🙂

Stéphanie

C’mon da town

Zwar etwas verspätet, aber auch ich hatte jetzt eine Woche Ferien, wo ich mein kariertes Röckli und die Krawatte einmal zur Seite legen konnte. In Irland haben alle Schulen zur gleichen Zeit Ferien (nicht so kompliziert wie in der Schweiz, wo keiner einen Überblick hat). Die Kinder hatten auch Ferien und waren oft hier. Ich habe in diesen zwei Monaten glaub mehr Fussball gespielt wie in meinem ganzen Leben zuvor. Harry, der jetzt 6 ist, erklärt mir alles, wer in welchem Club spielt usw. Die Zwillinge (Lily und Lucy) gehen jede Woche tanzen und können es schon jetzt besser wie ich (auch wenn das nicht sehr schwierig ist). Das sieht wirklich schon sehr professionell aus bei ihnen.  An Halloween haben sich alle Kinder verkleidet, sich geschminkt und in ihren Haaren war mehr als genügend Haarspray drin in allen Farben. Selbst Charlie, der erst 10 Monate alt ist, wurde zu einem kleinstem Gangster. Ähnlich wie bei uns gehen die Kinder hier von Haus zu Haus und sammeln Berge von Süssigkeiten an (hier heisst es Trick and Treat).  Nachher haben wir verschiedenste Spiele gespielt und die ganze Familie war da. Meine Gastmutter sagt immer es sei « a mad house», weil es immer ein «Ein und Aus» ist und immer viele Leute da sind. Einen Tag fuhr ich nach Belfast mit dem Zug (einer der wenigen Züge die es in Irland gibt). Belfast liegt ja schon in Nordirland, was deutlich zu hören ist am Akzent: Etwas frustrierend, wenn man denkt man lernt so viel Englisch, man aber dann doch nichts versteht. Ich und die Freundin mit der ich gegangen bin, haben uns angeschaut wo die Titanic einst gebaut wurde. Es war wirklich eindrücklich. Sonst kennt man ja oft nur den Film und vor allem das Lied der Titanic. Den Bahnhof hier in Dundalk haben wir fast verpasst, weil er etwas versteckt war. Und jetzt kann man drei Mal raten was gross davorsteht. Ja, genau eine Bierbrauerei. Guiness natürlich. Dass die Iren gerne Bier haben kann man zwar überall lesen, aber dass in so einem kleinen Städtchen sogar eine Brauerei gibt hätte ich dann doch nicht wirklich gedacht.

Am Sonntag hat Dundalk gegen Cork in einem Fussballfinal gespielt. Es war eine riesen Aufregung und viele Häuser wurden weiss und schwarz – nach den Farben der Flagge – geschmückt. Ich ging das Spiel auch schauen, mit der Gastfamilie einer Freundin. Es war in Dublin in dem grössten Fussballstadium Irlands. Und es war wirklich riesig (zugegeben es war mein erstes Mal in einem Fussballstadium, aber trotzdem). Die Stimmung war grossartig und alle haben geschrien. Die Kinder versuchten mir noch die Hymne des Fussballclubs beizubringen, aber ich war etwas hoffnungslos. Geschrien, gesungen und gefeuert wird hier nicht nur aus Spass. Fussball ist hier eine todernste Angelegenheit und sie sind alle mit ganzem Herzen dabei. Alle – sogar die ganz kleinen Kinder – können jeden Spieler bei Namen nennen und wissen die ganze Aufstellung. Leider hat Dundalk verloren. Die Zuschauer von Dundalk sind dann schnell und vor allem wortlos, dafür mit Tränen in den Augen aus dem Stadium gelaufen. Trotzdem war es ein schönes Erlebnis mal an einem richtig irischen Fussballmatch dabei sein zu dürfen. Auf dem Rückweg sind wir durch einen Tunnel gefahren. Nicht dass es Berge hätte in Irland aber er geht unter die Stadt. Die Kinder waren ganz begeistert und haben gesagt, das sei wir in der Nacht unter einem Sternenhimmel. Dieser Tunnel sei auch fast der einzige in ganz Irland.

Heute fing die Schule wieder an. Back to reality and back to work. Ich muss zugeben es hat mich etwas Überwindung gekostet wieder so früh (auch wenn es nicht einmal früh ist im Vergleich zu Hause), aus dem Bett zu gehen und in mein Röckli zu schlüpfen. Die Tage werden auch immer etwas düsterer, nach der Zeitverstellung und es regnet noch etwas mehr als sonst. Wobei ich mich ja nicht beklagen darf kalt zu haben. Zu Hause ist es ja mittlerweile einiges kälter, was ich so mitbekommen habe.

So jetzt habe ich auch noch über das Wetter gequatscht also sind alle – die Iren wie auch der Schweizer – hoffentlich zufrieden. 😉

Byebye and tänks ä million

Stéphanie

PS: Guter Tipp wenn es bei euch doch noch zu kalt wird: Einfach genügend Tee trinken😊

Offensichtlich waren die Iren mit ganzem Herzen, Blut und etwas Feuer dabei.

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